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01 - heilige
02 - im inneren des wals
03 - abreise
04 - rosengarten
05 - was du willst
06 - zimmerschlacht
07 - und längst
08 - immernoch
heilige
es gibt keine strasse mehr
so leicht kommst du nicht hierher
es gibt nur den gedanken
der dir sagt, du solltest
den falschen weg verlassen
um dich an jedem tag
mit wichtigeren
dingen zu befassen
wir sind heilige
wir sind heilige
wir laufen jede nacht über den see
es gibt keine fragen mehr
es gibt nur noch antworten
und dieses helle licht
dem wir alle folgen
egal wohin wir kommen
wir werden schon erwartet
den wir sind nicht die ersten
die diese erleuchtung hatten
wir sind heilige
wir sind heilige
wir laufen jede nacht über den see
im inneren des wals
ich bin im inneren des wals
und draußen treibt das meer vorbei
manchmal öffnet er sein maul
und irgendwas treibt raus
und irgendwas treibt rein
ich bin im inneren des wals
und alles was ich brauch, hab ich bei mir
jede stunde gleicht der andern
es gibt keinen abend
es gibt kein morgen hier
ich bin im inneren des wals
ich bin im inneren des wals…
ich bin im inneren des wals
ich tauf ihn mobie
und ich nenn ihn einen freund
bald spuckt er mich aus
an irgendeinem strand
vielleicht findet ihr mich demnächst
irgendwo im sand
ich bin im inneren des wals
ich bin im inneren des wals…
ich komm nicht los
ich komm nicht an
ich häng in der warteschleife
im nachtprogramm
im standby-mode
im aggregatzustand des kreises
ich bin im inneren des wals
ich bin im inneren des wals…
ich bin im inneren des wals
und draußen treibt das meer vorbei
manchmal öffnet er sein maul
und irgendwas treibt raus
und irgendwas treibt rein
abreise
lasse dich zum zug
begleiten
(bevor du gehst, bevor du gehst)
von jenen, die dich lieben
halte ein geschenk
bereit
(bevor du gehst, bevor du gehst)
für jene, die dich lieben
schreib dir die
adressen auf
(bevor du gehst, bevor du gehst)
von jenen, die dich lieben
sag, dass du an
sie denken wirst
(bevor du gehst, bevor du gehst)
zu jenen, die dich lieben
winke ihnen
nochmals zu
(bevor du gehst, bevor du gehst)
jenen, die dich lieben
spende eine letzte
träne
(bevor du gehst, bevor du gehst)
für jene, die dich lieben
bevor du gehst
bevor du gehst
lasse dich zum zug
begleiten
(bevor du gehst, bevor du gehst)
von jenen, die dich lieben
versprich ihnen
ein wiedersehen
(bevor du gehst, bevor du gehst)
jenen, die dich lieben
und versuche dir
zu merken
(wenn du gehst, wenn du gehst)
wen du liebst
rosengarten
lass uns im
rosengarten treffen
zwischen betörenden düften
und knipsenden touristen
lass es uns wie zufall aussehen
lass und staunen und sagen:
wie klein die welt doch ist
komm lass uns...
bitte lass uns...
wir könnten doch...
lass uns sagen wie
schöns doch ist
dass wir einander gerade hier
und jetzt begegnen.
lass uns den zufall leugnen
und lass uns das schicksals preisen
das uns zusammenführte
komm lass uns...
bitte lass uns...
im rosengarten...
ja, lass uns den
wink des schicksals preisen
es war von anfang an klar
wir sind für einander bestimmt.
ja, lass uns im rosengarten treffen
und lass uns davon erzählen
bis wir senil und grau sind.
komm lass uns...
bitte lass uns...
wir könnten doch...
komm lass uns...
bitte lass uns...
im rosengarten...
was du willst
meine feuer sind
längst aus
bis du ankommst
bin ich weiter gezogen
es gibt nichts mehr zu entdecken
nur noch kalte asche im schnee
doch wenn wir uns
begegnen
wirst du deine waffe ziehn
ich lass meine hände in den taschen
und dann woll'n wir doch mal sehen
was du willst, was du willst, was du willst
was du von mir willst
was du willst, was du willst
was du wirklich willst
ich steh oben auf
dem berg
und seh dich unten in der ebene
ich kämpf mich durch den schnee
meine spuren
verwisch ich nicht mehr
wenn wir uns
begegnen
wirst du deine waffe ziehn
ich lass meine hände in den taschen
und dann woll'n wir doch mal sehen
was du willst, was du willst, was du willst
was du von mir willst
was du willst, was du willst
was du wirklich willst
du überraschst
mich im schlaf
irgendwann
noch schlaf ich im gehen
ich hab einen ganzen tag
vorsprung
doch bald werden wir sehen
was du willst, was du willst,
was du von mir willst
was du willst, was du willst
was du wirklich willst
zimmerschlacht
nächte werden
länger
wir teilen wieder sätze aus
und verminen jedes wort
als ging es um den letzten schlag
als könnten wir’s
locker ertragen
als wollten wir vergessen
dass wir’s bereuen
wetzen unsre säbel
stechen aus dem hinterhalt
benetzen unser selbstmitleid
mit blut, dass an den waffe klebt
bis die nacht
vergeht
wer will den sagen
er hätte nicht gekämpft
gib mir ein wink und weiter geht’s
auf dass wir vergessen
dass wir’s bereuen
liegen in den
ecken
keuchend und atemlos
verwüstung bis ins hinterland
spucken blut und liebe aus
versuchen es noch
zu ertragen
bis wir vergessen
dass wir’s bereuen
versuchen es nicht zu verstehen
wer will denn sagen
er hätte nicht gekämpft
komm mein herz
ich liebe dich
noch einen stich
weiter, weiter!
komm mein herz
noch einen schlag
zier dich nicht!
weiter! weiter! weiter!
versuchen es noch
zu ertragen
bis wir vergessen
dass wir’s bereuen
versuchen es nicht zu verstehen
auf dass wir vergessen
dass wir’s bereuen
und längst
und sie lieben
und nicht lieben wollen
und wissen, dass es nicht gut ist
und es schon immer gewusst haben
von anfang an
und trotzdem nicht anders können
und jetzt schon wissen,
dass der abschied kommt
und mich in ihrer nähe
unsicher fühlen
und nichts so sehr suchen
wie diese nähe
und genau wissen,
was sie meint
und jedes wort, das sie sagt glauben
und nichts von dem, was sie ist verstehn
und wissen, dass ich sie nicht
ändern kann
und mich in ihrer
nähe
unsicher fühlen
und nichts so sehr suchen
wie diese nähe
und glücklich sein
und verletzt sein
und alles machen,
was sie will und mich
dagegen wehren
und aufgeben
und es nicht benennen können
und es nicht benennen wollen
und nicht wollen,
dass ich es benennen will
und wissen, dass sie ein teil
von mir ist
und darüber erschrecken
und mich trotzdem freuen
und wissen, dass es bald vorbei ist
und erleichtert sein deswegen
und angst haben
davor und dass ich sie nicht
loslassen kann
und längst
losgelassen
haben und längst
aufgegeben haben
und längst sie lieben
längst sie lieben
und es immer
gewusst haben
und sie nicht lieben wollen
und nicht mehr wissen
wieso und wieso nicht.
wieso nicht
und längst sie lieben
und längst sie lieben…
immernoch
ich bin immer noch
da
in diesen bahnhöfen
betrachte züge, die vorbeifahrn
betrachte leutedie durch schiebetüren gehen
ich lese noch
immer
diese anzeigetafeln
nehm meine brille ab
und stelle mir jedes ziel vor, das ich will
ich bin immer noch
da
in diesen bahnhöfen
ich warte noch
immer
vor diesen photoautomaten
auf bilder, auf denen
ich in die kamra schau mit diesem verlorenen blick
ich sitze noch
immer
in diesen fast-food-ecken
stopf scheisse in mich rein
und versuch ein lächeln zu erhaschen von frauen, die vorbeigehn
ich bin immer noch
da
in diesen bahnhöfen
ich treibe noch
immer
in diesen strömen von reisenden
stell mir vor: ich komm grad an
stell mir vor ich war weit weg
ich bin immer noch
da
ich bin immer noch
da
in diesen bahnhöfen
betrachte züge, die vorbeifahrn
betrachte leute, die durch schiebetüren gehen...
betrachte leute, die vorbeifahrn
betrachte leute, die durch schiebetüren gehen...
(alle texte:
©
kreidemezger)
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